Neubau Zimmerei-Outlet-Store
von Bernhard Michels
Der Weg zur historischen Altstadt von Bad Münstereifel führt für viele Besucher, die die Stadt von Süden erreichen, über die großen Parkflächen am Ortseingang an der Trierer Straße. An dieser fußläufigen Verbindung zur Altstadt ist für die Stadt mit dem Neubau des "ZIMMEREI-OUTLET-STORE“ ein neuer Auftakt entstanden.
Die eingeschossige Bebauung mit dem erhöhten Kopfgebäude am Ortseingang über drei Etagen gibt Orientierung und Einleitung für den Übergang von schnellen Fahr- zum beruhigten Fußverkehr. Das 110 m lange Gebäude entlang der Trierer Straße wird von einem breiten Bürgersteig begleitet, der zum Flanieren unter einem Vordach und entlang der neuen Geschäfte einlädt.
Vier große Verkaufsflächen bieten ihre Waren zum Greifen nah an, die verglasten Erdgeschosse zur Trierer Straße und an den Stirnseiten bilden das "Schaufenster des City Outlets".
Das Gebäude vermittelt den Höhenverlauf des Grundstückes von ca. 2,00 m über die gesamte Länge, so dass ebenerdige Eingänge zu allen Ladenflächen gegeben sind. Für jeden Laden ergibt sich daraus eine entsprechende Höhenstaffelung.
Die exponierte Lage des neuen Gebäudes auf dem Grundstück der alten Zimmerei am Eingang der Stadt übernimmt städtebaulich die Aufgabe, den an die Stadtgrenze verlagerten Beginn der Bebauung in einem für die Stadt angemessenen Ausdruck und Maßstab anzuzeigen. Die Bebauung der Vorstadt ist sehr heterogen.
Die landschaftsprägende Kernstadt beginnt mit der Stadtmauer, die vom Auftakt am Kreisverkehr bereits im Blick liegt. Einige niedrige Gebäude lagern vor der Mauer im unbefestigten Umland. Die Baumasse der historischen Schule bildet eine monumentale Ausnahme und ist im Ursprung als ein solitärer Bildungsbau vor der Stadt angeordnet worden, dem sich die übrigen, der Stadt vorgelagerten Gebäude, unterzuordnen hatten. Somit blieb die für die Stadt prägende Stadtmauer als Umfassung der Kernstadt immer im Blick des ankommenden Besuchers. Inzwischen verdeckt das Seniorenheim diese einzigartige Beziehung.
Die gewählte Bauform lehnt sich in Ihrer horizontalen Ausdehnung und der hauptsächlich eingeschossigen Gebäudehöhe wieder an die Gestalt der nicht überdachten Stadtmauer an. Die gegenüber Schule und Seniorenheim deutlich niedrigere Gebäudehöhe stellt die im Umfeld der Stadtmauer vorhandene Maßstäblichkeit am Eingang der Stadt wieder her.
Das Gebäude ist als moderner Zweckbau konzipiert und weist in seiner Modernität und funktionalen Gestaltung auch auf den in der Stadt bereits erreichten erfolgreichen wirtschaftlichen Wandel hin.